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Die Weite des Westens (von Ulf Böhringer)

Starnberg als Startort zum Ausflug ins westliche Oberbayern
eröffnet auf Anhieb prächtige Ausblicke. Schon die 15 Kilometer hinüber nach Andechs sind ein Genuss! Von dort zurück zum Starnberger See, denn die Ilkahöhe bei Tutzing ist ebenfalls ein Muss. Einen schöneren Ausblick über’n See und die hügelige Landschaft des Pfaffenwinkel gibt es nicht. Südlich von Seeshaupt lohnt das Rechtsabbiegen
in Richtung Unterlauterbach, weil man dann den wunderbaren Osterseen näher kommt. Schöne Bademöglichkeiten!
Murnau bietet grandiose Natur (Murnauer Moos, Staffelsee) genauso wie ein Kultur-Highlight, nämlich
das die Blauen Reiter dokumentierende Münter-Haus. Kurven satt bieten die sechs Kilometer von Oberau hinauf
nach Ettal, wo das eindrucksvolle barocke Kloster mit dem wohl mächtigsten Zwiebelturm der Welt steht. Der Abstecher nach Schloß Linderhof, dem verschwiegensten der bayerischen Königsschlösser, am Ende des Graswangtales,
erfordert inklusive Besichtigung mindestens zwei Stunden. Von Oberammergau – fahren Sie wegen der wunderbaren
Lüftlmalereien an vielen Häusern durch den Ort und nicht durch den Umgehungstunnel! – nordwärts bis zur Echelsbacher Brücke, die einen eindrucksvollen Blick
Route 2auf die Ammerschlucht ermöglicht und zu ihrer Bauzeit (1930) eine der markantesten Spannbetonbrücken der Welt darstellte. Nächster Stopp an der Wieskirche, einem einsamen
Rokoko-Meisterwerk. Hier war der legendäre Jakob Baptist Zimmermann zusammen mit seinem Bruder Dominikus
der Baumeister. Schongau überzeugt mit seiner gut erhaltenen Altstadt und der weitgehend noch intakten
Stadtmauer. Dem Höhepunkt des heutigen Ausflugs, dem 988 Meter messenden Hohen Peissenberg, nähern wir uns quasi von hinten, nämlich von Norden. Viele kleine Weiler geben der Landschaft ihr harmonisches Bild. Das sensationelle Panorama vom Gipfel verdeutlicht unmissverständlich,
warum man ihn den Bayerischen Rigi nennt. Die hier angesiedelte Wetterstation gilt als älteste Bergwetterstation
der Welt. Heimwärts erst zum Südufer des Starnberger Sees und dann, zur Abwechslung, an seinem Ostufer hinauf nach Berg und schließlich nach Starnberg. Wenn’s gerade passt: Der Sonnenuntergang von der Terrasse
des Buchscharner Seewirts (umgeben von einem herrlichen
Badegelände) gehört zu den unvergesslichen Eindrücken,
welche diese Region bietet.